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The Perfect Day

21/02/2012

„Was für ein göttliches Gewässer!", dachte ich, während ich das Flüsschen betrachtete, an das mich mein Ausflug geführt hatte. Das Wasser war sichtig wie Kristall und zeigte eine Fülle von Wasserpflanzen, die sich in langen Fahnen in der Strömung wiegten. Das Licht der Nachmittagssonne ließ den Flusslauf leuchten und leicht konnte man die zwischen den Fahnen stehenden Flossenträger ausmachen. Eine beständige Oberflächenaktivität ließ keinen Zweifel offen: Jede Menge wilde Bachforellen - und alle wie besessen von den zahlreich schwärmenden Eintagsfliegen.

Ich befand mich im Urlaub, genauer gesagt auf einem spontanen Kurztrip in die Tiroler Berge, und obwohl ich nur einen Tag Zeit hatte, um mich dem Fischen zu widmen, war die Fliegenrute natürlich mitgereist und ich nun auf Erkundungstour auf der Suche nach... genau diesem Flussjuwel, das da vor mir lag. Kurz darauf hatte ich den Pächter ausfindig gemacht, die Lizenz erworben und gleich ab dem nächsten Morgen gehörte das Traumflüsschen für einen ganzen Tag nur mir allein.

Meine hübsche Begleiterin in diesen Stunden war eine Hardy Uniqua in #4, bestückt mit gut vier Metern Vorfach und einer kleinen Klinkhammer an der Schwimmschnur. Kurz darauf stand ich im Wasser und bestaunte, mit welcher Vehemenz die Forellen aus den Krautfahnen emporschossen, um sich die schlüpfenden Fliegen zu schnappen. Alle paar Meter stand eine Gute zwischen den Halbstarken. Ein gezielter Wurf, ein sanftes Aufsetzen an feiner Spitze und es klappte fast immer. Die Fische nahmen mit Begeisterung die Fliege, um gleich nach dem Hakensetzen wilde Fluchten und Sprünge hinzulegen. Und ihre Schönheit gebührte dem perfekten Ort.

Am Nachmittag verschwand die Sonne und ein kurzer Regenguss beendete schließlich das enthusiastische Steigen. Ich beschloss, während des restlichen Tages noch etwas Strecke zu machen, und fischte von nun an „dirty style" mit kurzem Vorfach und einem kleinen Streamer. Es folgten wilde Attacken und viele Angreifer waren regelrecht zu schnell, um den Haken sauber setzen zu können. Dafür waren es stets die großen Jungs, die hängen blieben. Einige Fische legten ordentliche Verfolgungssprints hin und schoben dabei eine kräftige Bugwelle vor sich auf. Dann hieß es „Gas geben", bevor es knallte und der ersehnte Schlag durch die Rute ging...

Nach einiger Strecke entlang des Ufers hielt ich plötzlich inne, als ich einen dunklen Rücken inmitten einer hellen Kiesmulde am sonst bewachsenen Grund entdeckte. Der Fisch stand wie auf dem Präsentierteller nur wenige Meter stromauf. Nach einer Weile der Betrachtung und Bewunderung nahm ich die Leine schließlich auf und machte den Wurf. Der schwarze Woolly Bugger ploppte ins Wasser - perfekt leicht rechts oberhalb des Standplatzes. Ein schneller Strip, der Fisch drehte sich um, riss das Maul auf und schnappte zu. Kurz darauf hielt ich ein großes Männchen in meinen Händen. Sein überdimensionierter Kopf verriet, dass er bereits einige Jährchen auf dem Buckel haben musste, und das große Maul ließ keinen Zweifel an seiner Nahrungspräferenz - ein wirklich herrlicher Fisch!

Zufrieden packte ich meine Sachen. Ich hatte eine traumhafte Sichtfischerei mit der Trockenfliege erlebt und anschließend noch eine spannende Streamerfischerei. Die Fänge waren zahllos und die Fische wunderschön. Dieser eine Fischtag zu Besuch in Tirol war für mich the perfect day.

Andreas Schmitt, Team Casting-Clinic (http://www.casting-clinic.de/)

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